Freitag, November 23, 2007

Wie entsteht eigentlich eine Bankenkrise...

...erklärt am Beispiel einer Schlacht am Buffet

Als ich mit meinem Bruder neulich beim Mexikaner war gab es ein All-You-Can-Eat-Angebot, das auch Spareribs eingeschlossen hat. Beim ersten Gang ans Buffet waren sie allerdings vergriffen. Zunächst nicht weiter tragisch, dann holt man sich eben einen Salat und lauert.

Nun wollte es das Schicksal so, dass neben uns natürlich noch andere Gäste da waren, die auch noch näher an der Futterstelle saßen und ebenfalls auf den Nachschub gewartet haben. Als dann die Ware geliefert wurde, kamen wir gerade noch rechtzeitig, um zu beobachten, wie eine Meute junger Männer schwer beladen mit leckeren Spareribs auf dem Rückweg war und wieder die gesamten Bestände geplündert waren.

Also sind wir wieder am Salat entlang geschlendert mit dem Plan - sollten Spareribs geliefert werden - gleich ein paar mehr einzupacken.

In der Situation habe ich mir überlegt, dass genau das bei den Banken passiere kann:
Wenn alle glauben, dass etwas knapp ist, dann wird es auch knapp.
Jeder nimmt etwas mehr, wenn er glaubt, dass es knapp wird und sich ihm die Möglichkeit bietet als er genommen hätte, wenn es reichlich gibt. (Der Satz ist etwas lang geraten.)
Wenn das aber alle machen verschärft sich die Lage und die Argumentationskette geht von vorne los.

Zum Glück konnte der Spareribs-Crash verhindert werden, weil sich die Konkurrenz gesättigt vom Feld zurückgezogen hat und niemand ist hungrig vom Feld gegangen :-)

Kommentare:

DayLight hat gesagt…

Es gibt einen relativ guten Spruch dazu, dessen Name mir aber nicht einfallen will und ich es auch nur sinngemäß wiedergeben kann:

Wenn die Leute in schlechten Zeiten all ihr Geld ausgeben und in guten Zeiten ihr Geld sparen würden, dann gäb es solche Probleme nicht.

Ratilius hat gesagt…

Dann gäbe es aber in der schlechten Zeit einen Boom und in der guten Zeit eine Rezession - Etikettenschwindel?

DayLight hat gesagt…

Wieso Boom?
In schlechten Zeiten hat man weniger Geld. Wenn man das alles ausgibt, dann ist genauso viel geld im aktiven Umlauf wie wenn man in guten zeiten, wenn man mehr Geld hat, nicht alles ausgibt...