Sonntag, September 10, 2006

Loci-Methode

Nach meinem Artikel über die Assoziationskette nehme ich mir jetzt die Zeit und schreibe ein paar Zeilen über die Loci-Methode. Der Vorteil gegenüber der ersten Methode liegt darin, dass man schneller auf Begriffe „in der Mitte der Liste“ zugreifen kann.


Zunächst nimmt man einen Ort(lat. locus, Plural loci ) den man gut genug kennt um ihn sich vorstellen zu können. Ausgehend von einem Startpunkt geht man dann in Gedanken durch diesen Ort oder das Gebäude und sucht sich zehn markante Punkte, die man sich in der Reihenfolge in der man sie abläuft merkt, oder mit Hilfe der Assoziationskette geordnet im Gedächtnis verankert.


Meine Beispielliste ist das Haus meiner Eltern. Du kannst das Beispiel übernehmen, da die genannten Gegenstände in jedem Haushalt zu finden sein sollten, oder eine eigene List basteln.

Briefkasten

Kühlschrank

Esstisch

Sessel

Sofa

Bücherregal

Arbeitszimmer

Kommode

Bett

Schreibtisch

(Die ersten fünf Gegenstände sind im Erdgeschoß, die zweiten im ersten Stock, das hilft wenn man später auf die schnelle sagen soll, was etwa Nummer 7 ist…)

Wenn das geklappt hat und Du Deine persönliche Liste auswendig kannst, kannst Du mal versuchen den ersten Eintrag der alten Liste mit dem ersten Eintrag der zweiten Liste bildhaft zu verknüpfen.

Apfel
Katze
Kaffeetasse
Jeans
Ölgemälde
Buch
Handtuch
Kerze
Bleistift
Fußball

In meinem Beispiel stelle ich mir vor, wie der Postbote einen ganzen Sack ÄPFEL durch den BRIEFKASTENschlitz quetscht. Die Äpfel gehen dabei kaputt und der Saft spritzt nur so. Je bunter und lebhafter das Bild ist, desto besser bleibt es im Gedächtnis.

Als ich zum KÜHLSCHRANK gehe und ihn öffne sehe ich, dass da wohl jemand meine KATZE in den KÜHLSCHRANK gesperrt hat. Sie springt aus dem KÜHSCHRANK und reibt ihren Kopf an meinem Bein.

Der ganze ESSTISCH steht randvoll mit KAFFEETASSEN.

Der SESSEL ist mit JEANSstoff überzogen und hat eine Hosentaschen und Nieten an der Seite.

Jemand hat eine Staffelei auf der ein ÖLGEMÄLDE steht auf dem SOFA vergessen. Die frische Farbe tropft sogar noch auf den Bezug.

BUCH und BÜCHERREGAL überlasse ich mal Deiner Phantasie – das war nicht so geplant.

Im ARBEITSZIMMER liegt ein Stapel weißer FrotteeHANDTÜCHER damit man sich nach getaner Arbeit den Schweiß abwischen kann.

Auf der KOMMODE steht eine rote brennende KERZE.

Ein kleinegeschriebener BLEISTIFT fristet sein Dasein auf dem Schreibtisch.

Mein BETT steht neuerdings auf vier FUSSBÄLLEN.

Die Örtlichkeit kann man immer und immer wieder verwenden. Normalerweise beeinflussen sich verschiedene Listen nicht. Auf den ersten Blick scheint die Sache sehr umständlich. Mit etwas Übung funtkioniert es aber schnell und reibungslos. Die Anwendung wird natürlich etwas schwieriger wenn die Liste der zu memorierenden Begriffe nichtdingliches wie Wahrheit, Gerechtigkeit und Weisheit besteht. Als Einkaufszettelersatz funktioniert es dagegen prächtig.

(...jetzt habe ich vergessen 500g Weisheit mitzunehmen :-)




Kommentare:

Miss Sophie hat gesagt…

Einkaufszettel? Möchtest Du eine Katze kaufen? Und ich glaube, wenn Du die in den Kühlschrank gesperrt hättest, wäre die ein bißchen sauer auf Dich und würde nicht mit Dir schmusen wollen ;-)

Ich find solche Methoden immer ganz interessant, sieht man ja vor allem im Fernsehen, wenn Gedächtnis-Rekordler ein bißchen was erzählen sollen. Aber ist das wirklich alltagstauglich? Ich gebe zu, ich schreibe mir lieber Listen. Vor allem wenn es um Mengeneinheiten geht, ob nun 250 oder 500 g gemischtes Hack auf dem Sofa liegen, dürfte nur schwer unterscheidbar sein.

Bernhard hat gesagt…

Da hat jemand die perfekte Methode gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=0TibQ_1zH3U
via http://www.spreeblick.com/2006/09/10/die-lebende-kamera/